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Gesundheitsreform: Warum die Zahnmedizin leise gekürzt wird – und was das für Sie bedeutet

Während in den Medien intensiv über allgemeine Krankenhausreformen, Pflegebeiträge und steigende Krankenkassenbeiträge diskutiert wird, findet eine Entwicklung fast völlig ohne öffentliche Wahrnehmung statt: Geplante Kürzungen und Budgetierungen im zahnmedizinischen Bereich gehen in der Presse aktuell weitgehend unter.

Als Ihre Praxis ist es uns wichtig, Sie frühzeitig und transparent darüber zu informieren, was im Hintergrund verhandelt wird und welche Auswirkungen das auf Ihre Zahngesundheit haben könnte.

Was bedeutet der Festzuschuss – und was ändert sich?

Um die geplante Kürzung zu verstehen, hilft ein Blick auf die Berechnung beim Zahnersatz: Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen nicht einen prozentualen Anteil der Gesamtrechnung, sondern einen Festzuschuss auf die sogenannte Regelversorgung. Die Regelversorgung ist die vom Gesetzgeber festgelegte medizinische Basisversorgung für einen Befund (z. B. eine Standard-Metallkrone).

  • So ist es bisher: Die Krankenkasse übernimmt 60 % der Kosten dieser festgelegten Basisversorgung. Mit einem über 5 Jahre lückenlos geführten Bonusheft erhöht sich dieser Zuschuss auf 70 %, bei 10 Jahren auf 75 %. Wer sich für eine hochwertigere Versorgung (z. B. eine vollkeramische Krone) entscheidet, zahlt die Differenz als Eigenanteil selbst.

  • Das ist geplant ab 2027: Der Basis-Festzuschuss soll von bislang 60 % auf nur noch 50 % der Regelversorgung reduziert werden. Wer sein Bonusheft 10 Jahre gepflegt hat, bekäme künftig statt der gewohnten 75 % nur noch maximal 65 % Zuschuss. Das bedeutet im Klartext: Egal welche Versorgungsform Sie wählen, der staatliche Zuschuss sinkt – und Ihr Eigenanteil steigt spürbar.

  • Ausbleibende Punktwertanpassungen: Hinzu kommt, dass künftige Anpassungen des zahnärztlichen Punktwerts (der Grundlage für die Honorierung von Kassenleistungen) ausbleiben oder eingefroren werden sollen. Dies gleicht die kontinuierlich steigenden Praxis- und Personalkosten nicht mehr aus und führt zu einer schleichenden Entwertung zahnmedizinischer Leistungen.

Werden Sie aktiv: Wenden Sie sich an Ihre Wahlkreis-Abgeordneten!

Gesundheit und der Erhalt eigener Zähne dürfen kein Luxusgut werden. Da die zahnmedizinischen Einschnitte in der aktuellen Debatte kaum Raum finden, ist die Stimme der Patientinnen und Patienten umso wichtiger.

Wenn Sie besorgt über steigende Eigenanteile und eingeschränkte Kassenleistungen sind, schreiben Sie Ihren Abgeordneten im Bundestag oder Landtag an. Zeigen Sie der Politik, dass eine verlässliche und bezahlbare zahnmedizinische Versorgung den Bürgerinnen und Bürgern wichtig ist.

Unser Tipp für Ihre Behandlungsplanung

Noch sind dies politische Diskussionen – doch die Weichen werden jetzt gestellt. Wir empfehlen Ihnen, anstehende Kontrollen nicht aufzuschieben und Ihr Bonusheft lückenlos zu führen. Sollte bei Ihnen bereits Zahnersatz absehbar sein, sprechen Sie uns frühzeitig an, damit wir Behandlungen vorausschauend planen können.

Wir halten Sie hier im Blog weiterhin auf dem Laufenden.

 

Ihr Greifenzahn Praxisteam